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Gero Strauss Prof.Dr.med.habil.Prof.h.c.

Gero Strauss (*23.07.1971 in Leipzig, Deutschland) studierte von 1991 bis 1997 an der Universität Leipzig Medizin. Praktische Ausbildungsabschnitte führten ihn an die Neurochirurgische Klinik der Universität Innsbruck (Österreich), die HNO-Universitätsklinik Indianapolis (USA) und an die HNO-Klinik Kent (England). Am 01.07.1999 wurde ihm die Approbation als Arzt erteilt. 2002 später schloss er seine Weiterbildung zum Facharzt für HNO-Heilkunde ab und war unterbrechungsfrei an der HNO-Universitätsklinik Leipzig bis zum Jahr 2009 tätig, an der er zuletzt als Leitender Oberarzt die Funktion des Stellvertretenden Klinikdirektors inne hatte. Zu den Lehrern von Gero Strauss zählten Prof. Friedrich Bootz, Prof. Olaf Michel, Prof. Wolfgang Draf, Prof. Volker Seifert und Prof. Jürgen Meixensberger. Gero Strauss war schon immer ein klinisch tätiger Arzt, der mehr als 16.000 Operationen durchgeführt und unzählige Patienten in vielen Ländern behandelt hat. Seine Schwerpunkte sind alle mikrochirurgische Operationen der HNO, insbesondere die Chirurgie der Nasennebenhöhlen, des Mittelohres und des Innenohres, aber auch plastisch-ästhetische Eingriffe. Im Jahr 2003 absolvierte Strauss die Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung "Stimm-und Sprachstörungen", 2004 die Fakultative Weiterbildung "Spezielle HNO-Chirurgie", 2006 folgte die Anerkennung der Zusatzbezeichnung "Allergologie" und 2007 die Zusatzbezeichnung "Plastische Operationen". Strauss hat mehr als 50 HNO-Kollegen ausgebildet, darunter zahlreiche heutige Oberärzte und Chefärzte. Gero Strauss ist jedoch nicht nur streng konservativ tätig, sondern ist neuen und alternativen Verfahren kritisch-konstruktiv aufgeschlossen, wie seine Unterstützung für Projekte mit Prof. Eckhard Alt (München/Houston) und Prof. Augustinus Bader (Leipzig) zur Anwendung von Regenerationsfaktoren an der Nasenschleimhaut und des Innenohres beweist.


Wissenschaftlich beschäftigte sich Gero Strauss mit seiner Promotion zum Dr.med. "Zur Diginität der Tumoren des Ohres unter der besonderen Berücksichtigung der nichtchromaffinen Paragangliome des Mittelohres", die er unter Betreuung von Prof. Dr. Wolfram Behrendt im Jahr 1999 erfolgreich verteidigte. Im Jahr 2002 wurde Strauss für 2 Jahre als wissenschaftlicher Assistent (C1) an der Universität Leipzig ernannt. Dem folgte im Jahr 2006 die Habilitationsschrift "Ein integriertes Konzept für die computerassistierte Hals-Nasen-Ohrenchirurgie", die mit einer Lehrbefugnis an der Universität Leipzig und Führen des Titels "Privatdozent" verbunden war. Am 15. November 2010 erhielt Gero Strauss als einer der damals jüngsten Vertreten seines Faches eine Außerordentliche Professur der Universität Leipzig verliehen. Im Jahr 2016 folgte eine Ernennung zum Lehrbeauftragten an der Technischen Universität München am Institut für Medizintechnik (Prof. Dr. Tim Lüth) und eine Ehrenprofessur an der Medizinischen Fakultät von Adis Abeba (Äthiopien).

Gero Strauss war bereits als junger Arzt von den Möglichkeiten der damals aufkommenden computergestützten Medizintechnik fasziniert. Seine damaligen Lehrer, Prof. Bootz, Prof. Seifert und Dr. Trantakis ermöglichten ihm den Zugang zu dem damals einzigartigen offenen Magnetresonanztomographen, mit dem in Echtzeit die Position von Instrumenten bei dem Zugang zur Hypophyse über die Nase dargestellt werden konnte. Mit Prof. Heinz Lemke (TU Berlin, Institut für Informatik) setzte Strauss die ersten mathematischen Algorithmen zur Darstellung medizinischer Entscheidungen um, die im Jahr 2004 zu der Etablierung des "Innovation Center Computer Assisted Surgery" (ICCAS) an der Universität Leipzig führte, dessen Gründung vor allem auf Initiative von Gero Strauss zurückgeht und welche mit mehr als 9 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Wesentliche Vertreter der Informatik in der Medizin, wie Prof. Oliver Burgert (Reutlingen) und Prof. Thomas Neumuth (Leipzig) verdanken Strauss den Einstieg in einzigartige akademische Karrieren. Mit dem Pionier der HNO-Endoskopie, KARL STORZ (Tuttlingen) und einem der wichtigsten Entwickler dieses Bereichs, Prof. Dr. Tim Lüth (Charite Berlin; TU München, Lehrstuhl MiMed) realisierte Strauss die erste Familie von HNO-Navigationsfunktionen, wie das aktive Instrumententracking, die Integration von Neuromonitoring in die Navigation des Gesichtsnervens, die Leistungssteuerung der chirurgischen Fräse in der Felsenbeinchirurgie. Dafür konzipierte das Unternehmen KARL STORZ gemeinsam mit dem Unternehmen ErgoSurg (Ismaning) ein portables Navigationssystem, welches erstmals eine Anwendung in der Breite ermöglichte und bis heute mehr als 300 mal installiert ist. Dieses System wurde später um leistungsfähigere integrierte Systeme ergänzt, die bis heute Grundlage des automatisierten Operationssaals sind. Für diese Leistungen wurde Gero Strauss im November 2006 mit dem "Hans-Joachim-Denecke Preis" der Deutschen Gesellschaft für Schädelbasischirurgie für seine Arbeit "Navigated Control for powered instruments in skull base surgery" und im Februar 2007 mit dem "Award for Excellence in Computer Aided Surgery" der interdisziplinären CAS-H, dessen Kongresspräsident Strauss im darauffolgenden Jahr war, ausgezeichnet. Strauss wurde im Jahr 2008 zum bis dahin jüngsten Präsidenten der "International Society of Computer Aided Surgery" mit Sitz in Frankreich gewählt.


Nach 10 Jahren Tätigkeit an einer deutschen Universitätsklinik gründete Gero Strauss im Jahr 2009 seine eigene Klinik. Hier zeigte Strauss die Machbarkeit einer computerassistierten, teilautomatisierten HNO-Medizin außerhalb staatlicher Kliniken. Er übernahm schrittweise HNO-Praxen in Leipzig, Halle, Berlin, Dresden und insgesamt 15 Standorten und behandelte dort mit bis zu 30 HNO-Ärzten mehr als 200.000 Patienten im Jahr, Dabei setzte Strauss im Unterschied zu den meisten Betreibern nicht nur auf privat versicherte Patienten und staatliche Subventionen, sondern stellte sich den knappen Erstattungssätzen der gesetzlichen Krankenversicherungen, deren Anteil ca. 95% der Leistungen von KOPFZENTRUM ausmachen. Um auch die herausfordernden chirurgischen Behandlungen des Faches anzubieten entstand die ACQUA Klinik Leipzig, die bis heute Referenzzentrum für den OP-Saal der 4. Generation ist. Durch den Einsatz der größtenteils von Strauss mit entwickelten Assistenzsysteme konnten selbst komplexe Eingriffe an den Nasennebenhöhlen, der Hirnhaut und des Mittelohres minimal-invasiv und meist tagesklinisch erfolgreich durchgeführt werden. Mit bis zu 4.500 HNO-Operationen pro Jahr entwickelte sich die Klinik zu einem der größten Anbieter in Deutschland und besitzt mit Abstand die weltweit größte Expertise bei navigationsgestützten Verfahren. Dies drückt sich auch in den mehr als 500 Fachbesuchern aus mehr als 30 Ländern der Welt aus, die zu Trainingskursen nach Leipzig reisten. Die immer steigende Nachfrage nach Trainingskursen an der ACQUA Klinik führte schließlich zur Gründung des International Reference and Development Centre for Surgical Technology (IRDC®), welches mehr als 3.000 Fachbesucher in 5 Jahren in Leipzig begrüßen konnte. Als Ergebnis dieser intensiven Trainertätigkeit, in Zusammenarbeit mit renommierten Ärzten wie Prof. Dr. Reda Kamel, Prof. Dr. Wolgang Draf, Prof. Dr. Schick, Prof. Dr. Bettag, Prof. Dr. Marco Caversaccio, Prof. Dr. Simmen, Prof. Dr. a´Wengen und vielen mehr war Gero Strauss maßgeblich an der Gründung des Leipziger Unternehmens Phacon® beteiligt, welches heute Weltmarktführer bei der Herstellung von künstlichen, anatomisch identischen Modellen von komplizierten Körperregionen ist und Chirurgen das Training in beliebigen Situationen erlaubt.


Die Erfahrungen der Aufbaujahre nutzte Strauss schließlich für sein Konzept der "Medizinischen Automation". Mit Partnern wie KARL STORZ, Johnson&Johnson und der Leipziger SPI®, die er gemeinsam mit seinen Partnern Dr. Gunter Trojandt und Jozsef Bugovics gründete und einer eigenen Entwicklungsabteilung an der ACQUA Klinik unterstützen nun Systeme wie der "Surgical Procedure Manager" den Ablauf des OP-Geschehens und der "Medical Operation & Decision Manager" die Diagnostik und Behandlung. Dabei werden inzwischen auch Verfahren des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz für die Bewertung verschiedener Therapieverfahren eingesetzt und der Arzt schrittweise in eine überwachende Rolle versetzt.


Die Erfolge des Konzepts wurden bereits frühzeitig durch die überwiegend staatlichen Kliniken kritisch betrachtet, mussten diese doch zur Kenntnis nehmen, dass das Festhalten an alten Strukturen für das Fach HNO nicht nur teuer, sondern auch in Teilen unnötig war. Dies hatte bereits der Vergleich mit anderen Ländern wie Spanien, USA, Kanada gezeigt, in denen das Fach HNO überwiegend ambulant und deutlich kostengünstiger angeboten wird. Der Konflikt verschärfte sich, als es Strauss und seinen Kollegen im Jahr 2017 gelang, den ersten Vertrag zur ambulanten Versorgung schwerhöriger oder ertaubter Patienten mit einem Cochlea Implantat zu vereinbaren, der die Kosten dieser Behandlung um mehr als 40% senkte. KOPFZENTRUM und ACQUA Klinik mussten sich fortan immer wieder dem Vorwurf der Gewinnorientierung stellen, obwohl man hier mit weniger als 50% der Erstattungssätze zurecht kommen musste. Gero Strauss antwortete immer wieder mit einer Fokussierung auf die Qualität der geleisteten Arbeit. Das bis heute einmalige Medical Performance Management misst nicht nur die Prozesstreue der Ärzte, sondern veröffentlicht auch für Alle einsehbar die Ergebnisse der Behandlungen und vergleicht diese miteinander. Gero Strauss warb immer wieder für eine Umstellung des Abrechnungssystems von ärztlichen Leistungen, weg von dem leistungsfeindlichen und betrugsanfälligen System der pauschalen Abrechnung, hin zu transparenten "pay for performance" Modellen. Doch im Gegensatz zu den Erfolgen in anderen europäischen Ländern war der Wunsch des Festhaltens an traditionellen Strukturen zu groß, um eine allgemeine Akzeptanz zu erzielen.


Seit dem Jahr 2020 berichtete schließlich ein Journalist als freier Miterbeiter für den Mitteldeutsche Rundfunk regelmäßig über den den Vorwurf angeblicher Behandlungsfehler und falscher Leistungsabrechnung bei insgesamt 7 Patienten. Genauso regelmäßig nahmen Strauss und seine Mitarbeiter gegenüber diesen Vorwürfen Stellung und konnte diese entkräften. Trotz der negativen Berichterstattung wuchs die Anzahl der Patienten, welche den Rat von Prof. Strauss und Kollegen wünschten, stetig. Im Oktober 2022, nach mehr als 2 Jahren Vorbereitungszeit, durchsuchten schließlich Polizisten Praxen, Wohnungen und die Klinik. Die gleichzeitig anwesende Presse bezog sich auf die bereits bekannten Vorwürfe. Gero Strauss erklärte nach diesen Ereignissen seinen Rückzug aus allen Position, "um die Aufklärung der Vorwürfe und die ungestörte Arbeit am Patienten nicht zu belasten". Er betonte die uneingeschränkte Kooperation mit den Behörden, in welcher er "vor allem eine Chance zur objektiven Beurteilung der Vorwürfe nach mehr als 2 Jahren einseitiger Darstellung" sieht. KOPFZENTRUM wurde im Sommer 2022 -wie lange geplant- vollständig von einem deutschen Finanzinvestor unter der Voraussetzung übernommen, die Erfolgsgeschichte von KOPFZENTRUM und ACQUA Klinik im Sinne von Gero Strauss fortzuführen. Dazu wurde die Nachfolge in der Geschäftsführung geordnet übergeben. Leider gelang dieses Vorhaben den Nachfolgern nicht, Kopfzentrum und die ACQUA Klinik meldeten nur 9 Monate nach Üebrnahme durch die neuen Eigentümer Insolvenz an. Das Ermittlungsverfahren hingegen dauert für unbestimmte Zeit an. Gero Strauss ist seitdem als Ansprechpartner für komplizierte Fragestellungen im Fachgebiet HNO und als Referent international gefragt, er widmet sich außerdem intensiv den Entwicklungsprojekten. Außerdem leistet er eine private Sprechstunde in Berlin.


Ausgewählte Urkunden und Zertifikate





 

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